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SPENDENAKTION Die Kinder sammeln Abfälle zum Essen, die meisten Frauen haben jahrelang keinen Arzt gesehen: Gemeinsam mit CARE unterstützt der "Falter" nun den Bau eines Spitals für afghanische Frauen und Kinder, die in einem Flüchtlingslager in Pakistan festsitzen. |
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Bis zur Demokratie ist es noch ein weiter Weg: Mit den ersten, freien Wahlen sei "frühestens im Jahr 2004 zu rechnen", erklärten die Vertreter der Vereinten Nationen am Montag bei der Afghanistan-Konferenz in Bonn. Während die Dutzenden Stämme, die Monarchisten um den Exil-König Zahir Schah und die Delegierten der Nordallianz in Deutschland tagelang um Posten und Ämter feilschten, sind in Afghanistan immer noch Hunderttausende auf der Flucht. Viele sitzen in Lagern fest. An der afghanischen Grenze, im Iran, in Pakistan. In dem Flüchtlingscamp zwischen der pakistanischen Hauptstadt Islamabad und dem Ort Rawalgindi haben 420.000 Afghanen Unterschlupf gefunden. In dem Lager gibt es keine Schule, keine medizinische Versorgung und nur wenig zu essen. Die meisten Kinder müssen untertags Abfälle von einem nahe gelegenen Markt sammeln, um ihre Familien durchzubringen. Gemeinsam mit der Hilfsorganisation CARE Österreich und der Ludwig-Boltzmann-Forschungsstelle "Frauen Außenpolitik Menschenrechte" unterstützt der Falter nun ein Spendenprojekt für ein kleines Krankenhaus in diesem Lager. Das Spital soll von der afghanischen Frauenorganisation Rawa betrieben werden, die während der Taliban-Herrschaft im Untergrund tätig war. Durch das oft lebensgefährliche Engagement der Aktivistinnen konnten Tausende afghanische Mädchen Lesen lernen und allein stehende Frauen Geld durch ein bisschen Heimarbeit verdienen. Rawa dokumentierte auch die Verbrechen der Gotteskrieger mit Minidigitalkameras und veröffentlichte die Bilder im Internet (www.rawa.org). "Da gemischte Krankenhäuser für viele fundamentalistische Männer immer noch ein Problem sind, werden in dem Spital Ärztinnen arbeiten und Frauen mit ihren Kindern versorgt werden. Außerdem hat Rawa einen Vertrauensvorschuss bei den Frauen", sagt Edit Schlaffer von der Plattform FAM ("Frauen Außenpolitik Menschenrechte"), die sie mit ihrer Kollegin Cheryl Benard anlässlich des Spenden-Projekts nun gegründet hat. In dem Lager leiden vor allem die Kinder unter schlimmen Haut- und Augenerkrankungen, die Todesrate unter Neugeborenen ist sehr hoch. Viele der Frauen wiederum haben seit Jahren keinen Arzt gesehen. Im Krankenhaus soll nicht nur medizinische Versorgung (Medikamente, Röntgenuntersuchungen, Operationen), sondern auch Hilfe zur Selbsthilfe angeboten werden. Frauen und Mädchen werden dort mit den grundlegenden Hygienevorschriften vertraut gemacht, neben psychischer Betreuung auch Wissen für Krisenbewältigung vermittelt bekommen, das sie anderen Flüchtlingen im Lager weitergeben können. Und: "Es werden auch spezielle Kurse für eine Krankenschwesternausbildung angeboten", erklärt Franz Kumpl von CARE. Über Details und Fortschritte des Projekts wird der Falter berichten. Bitte füllen Sie den beiliegenden Erlagschein aus und helfen Sie mit! Ein einfaches Bett für das Spital kostet etwa knappe 600 Schilling. Nicht einmal so viel wie zweimal tanken. Es darf also ruhig ein bisschen mehr sein. Spendenkonto von CARE: PSK 1236000, BLZ 60000, Kennwort: "Rawa: Spitalsprojekt für afghanische Frauen und Kinder". Nähere Informationen erhalten Sie auch unter www.fam-women-in.org. Die Redaktion |
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Dezember 2001 © FALTER
E-Mail: wienzeit@falter.at